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12.09.2018

Staatsregierung will Elektrifizierung der BOB und Regional-S-Bahn bis Kochel

Der Freistaat Bayern und die Deutsche Bahn AG (DB) planen erhebliche Verbesserungen im Schienenpersonennahverkehr: „Neben der schon angelaufenen Maßnahmen zur Verlängerung der S7 von Wolfratshausen nach Geretsried, wird es jetzt auch konkret mit der Elektrifizierung auf den Strecken der Bayerischen Oberlandbahn. Und auch der Anschluss der Gemeinde Kochel am See an das Münchner S-Bahn-Netz ist nun auf der Agenda“, fasst der CSU-Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber die Ergebnisse eines Dialogforums zum Bahnausbau im Süden von München unter Leitung der bayerischen Verkehrsministerin Ilse Aigner zusammen.



Zufriedene Mienen nach dem Dialogforum zum Bahnausbau: die Bürgermeister Werner Weindl und Thomas Holz, Verkehrsministerin Ilse Aigner, der CSU-Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber und Bürgermeister Josef Janker (von links)
Wie Aigner ausführte, strebe der Freistaat mit den Unternehmen der Eisenbahninfra-struktur „zeitnah“ eine Planungsvereinbarung für die Elektrifizierung auf allen drei Strecken der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) von München nach Lenggries, Tegernsee und Bayrischzell an. „Unser Ziel ist der elektrische Betrieb auf diesen Strecken mittels Oberleitung oder Hybridlösungen“, so Aigner. Dabei handele es sich um kein Wunschdenken, sondern ein konkretes Vorhaben, das auch realisiert werde. „Dies wurde vom Kabinett bereits beschlossen“, betonte Aigner. Damit verbunden seien dann auch Verbesserungen beim Takt der Züge. In diesem Zusammenhang drängte Martin Bachhuber gemeinsam mit den Bürgermeistern Josef Janker (Bad Tölz) und Werner Weindl (Lenggries) aber darauf, dass auf den BOB-Strecken auch im bisherigen Dieselbetrieb Verbesserungen „dringend erforderlich“ seien. „Wir brauchen einen Ersatz für die derzeit im Einsatz befindlichen Triebwagen, damit die BOB wieder pünktlicher und verlässlicher unterwegs ist“, forderte der Abgeordnete.

Kochels Bürgermeister wird zwar noch ein wenig warten müssen, ehe er erstmals mit der Regional-S-Bahn von seiner Heimatgemeinde nach München fahren kann. Aber er zeigte sich nach dem Dialogforum sehr zufrieden. „Erstmals ist die Anbindung der Gemeinde Kochel am See an das S-Bahn-Netz der Landeshaupt als erklärtes Ziel der Staatsregierung formuliert“, freute er sich. Dieser Anschluss, so Verkehrs-ministerin Aigner, sei aber erst dann möglich, wenn die zweite Stammstrecke in Betrieb genommen ist. Derzeit geht man bei der DB davon aus, dass dies bis zum Ende des Jahres 2026 erfolgen wird. Mit dem S-Bahn-Anschluss von Kochel am See „soll den starken Pendlerströmen aus Richtung Kochel und Penzberg die direkte Erreichbarkeit der Münchner Innenstadt ermöglicht werden“, führte Martin Bachhuber aus. Der zeitliche Fahrplan von Ministerin Aigner sieht dabei vor, dass nach der Ausschreibung der Leistungen bereits im Dezember mit den erforderlichen Untersuchungen begonnen werden soll. „In der zweiten Jahreshälfte 2019 sollen dann erste Auswertungen vorliegen. Auf Basis dieser Daten werden wir dann die weiteren Schritte einleiten“, versicherte Aigner.

Bei der Verlängerung der S7 nach Geretsried wird die von Martin Bachhuber und dem damaligen Verkehrsminister Joachim Herrmann an einem Runden Tisch erzielte Einigung über die Tieferlegung des Bahnhofes Wolfratshausen weiter vorangetrieben. „Nachdem die Planungen bereits erstellt wurden, geht es nun um den nächsten Schritt, das Planfeststellungsverfahren Eisenbahn-Bundesamt“, so Bachhuber. Dadurch ergebe sich zwar eine Verschiebung des Baubeginns um voraussichtlich zwei Jahre, „dafür haben wir aber eine Lösung, die auf breiter Basis von allen Beteiligten mitgetragen wird“, so Bachhuber. In den kommenden Monaten soll jedenfalls das derzeit ausgesetzte Planfeststellungsverfahren fortgesetzt werden, so dass im Jahr 2024 mit dem Baubeginn gerechnet werden kann. „Die erste S-Bahn soll dann im Jahr 2028 nach Geretsried fahren“, betont Bachhuber.

Dass diese drei großen Projekte des Schienenpersonennahverkehrs bei der Staatsregierung auf der Prioritätenliste ganz oben stehen, wertet Bachhuber als sehr erfreulich: „Damit schaffen wir eine erhebliche Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs und einen weiteren Anreiz für den Umstieg von der Straße auf die Schiene. Kurzum: Damit wird unser Landkreis fit für die Zukunft gemacht.“